KeePass >>Video Tutorial<< Passwortsafe, Passwörter sicher speichern und verwalten
KeePass ist ein paktisches und kleines Programm, mit dem ihr eure Passwörter sehr sicher und strukturiert verwalten könnt. Zusätzlich bietet es noch eine Menge Funktionen, die euch den allgemeinen Umgang mit Passwörtern erleichtern.
Egal ob E-Mail Passwörter, Zugangsdaten zu Webseiten wie Facebook, Twitter, YouTube und Co. oder hoch sensible Bank Account Zugangsdaten. Ohne Passwörter geht im Internet so gut wie gar nichts mehr. Wenn ich da so an alle meine Passwörter denke, kommen da bestimmt gut und gerne an die 50 und mehr zusammen. Da fällt es einem oft sehr schwer den Überblick zu behalten, denn mal ehrlich – wer kann sich all diese Passwörter merken, es sei denn man nimmt immer dasselbe. Das sollte man aber unter allen Umständen vermeiden, denn noch einfacher kann man es den Langfingern im Internet nicht mehr machen.
Lange Rede kurzer Sinn, für alle die nicht mehr Wissen wie sie ihre Passwörter sicher verwalten sollen, gibt es die Freeware KeePass. Die Software ist sehr schlank “ca. 2MB” und in der aktuellen Version “2.13 als Installer *.exe” und als “Portable Version *.zip” verfügbar. Voraussetzung ist allerdings das ihr Microsoft .NET Framework ab Version 2.0 installiert habt. Ansonsten könnt ihr das Programm nicht installieren. Bei Windows Vista und Windows 7 ist NET Framework bereits installiert.
Unterstützte Betriebssysteme
Win 98, Win 2000, Win Me, Win XP, Win 2003 Server, Windows Vista, Win 2008 Server Windows 7 (Home und Pro 32 und 64-Bit)
Funktionen
An Funktionen mangelt es wirklich nicht. Daher werde ich im Folgenden hauptsächlich auf die eingehen, welche ich aus eigener Erfahrung am häufigsten benutze. Trotzdem soll eine kurze Auflistung der reinen Daten und Sicherheitsfeatures auch hier nicht fehlen:
- ca. 43 Sprachfiles
- Zusätzliche Funktionen durch Plugins
- Verschlüsselung der kpl. Passwort-Datenbank “AES, Rijndael, Twofish”
- Schutz gegen div. Attacken wie z.B. dictionary und guessing Attacken
- Speicher-Passwort-Schutz “Passwörter sind auch im Speicher verschlüsselt”
- Datenbankschutz durch “Master-Passwort/Key Datei” auch in Kombination möglich
- Passwort-Datenbank kann an den Benutzeraccount gebunden werden
- Passwort-Datenbank kann in verschiedene Formate exportiert werden *.txt, *.html, *.xml, *.csv.
- Externe Datenbanken die im *.txt, *.csv Format vorliegen, wie z.B. beim Passwort Keeper Passwort Agent oder CodeWalletPro, können ganz einfach in KeePass importiert werden.
- Unterstützung vieler weiterer Formate durch Plugins.
- Passwort-Datenbank besteht nur aus einer Datei, somit ist ein schneller Transfer zwischen zwei Rechnern möglich.
- Erstellung von Passwort-Gruppen und Ordnerstrukturen mit Unterordnern z.B. Foren, E-Mail, Banking usw.
- Ordner lassen sich mit Symbolen versehen, so hat man schnell einen guten Eindruck davon was sich in den einzelnen Ordnern befindet. Außerdem lässt sich die Ordnerstruktur beliebig anpassen.
- Auto-Type “Automatisierte Passworteingabe”
- Suchfunktion “Passwort-Datenbank kann komplett durchsucht werden”
- Passwortgenerator “Erstellung von sicheren Passwörtern”
Eine komplette Übersicht aller Funktionen findet ihr auf der Webseite des Autors. Jetzt aber zurück zu den meiner Meinung nach, praktischsten Funktionen, die euch mit Sicherheit viel Zeit und Nerven ersparen werden.
Automatisierte Passworteingabe
Die Auto-Type-Funktion hat gleich zwei Vorteile, zum einen geht die Passworteingabe damit erheblich schneller und zum anderen gehören Vertipper damit der Vergangenheit an. Denn nachdem ihr den Auto-Type Button angeklickt habt, trägt KeePass das Passwort vollautomatisch in das Passwortfeld ein und bestätigt danach den Login-Button. Das Verhalten, also in welcher Reihenfolge KeePass die Daten in die Formularfelder einfügt oder ob einzelne Formularfelder leer bzw. übersprungen werden, könnt ihr selbst bestimmen. Hierfür stehen euch im Konfigurationsmenü der Auto-Type-Funktion verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Nie wieder Passwörter ausdenken
Der Passwort-Generator erstellt euch vollautomatisch Passwörter und zeigt deren Verschlüsselungsstärke anhand eines farbigen Balkens und einer Zahl wie z.B. 256 Bit an. So seht ihr sofort ob das Passwort sicher oder unsicher ist und könnt es ggf. noch anpassen. Die Wahl der Zeichen, welche für die Passwortgenerierung verwendet werden, könnt ihr selber festlegen. So kann der Zeichensatz nur aus Groß- oder Kleinbuchstaben bestehen, Zahlen- und Sonderzeichen enthalten bzw. gezielt ausschließen. Hier lassen sich also x-beliebige Möglichkeiten einstellen. Damit eignet sich der Passwort-Generator also auch zur Erzeugung von Passwörtern die bestimmte Zeichen nicht enthalten dürfen oder wiederum enthalten müssen.
TIPP: Exportiert in jedem Fall eure komplette Passwortliste und druckt diese aus! Denn die generierten Passwörter sind oft so komplex, dass man sich diese unmöglich merken kann. Und wenn sich die Festplatte unerwartet ins Nirwana verabschiedet ist das ohne Sicherung seeeeeehr unpraktisch.
Sichere Passwortspeicherung
Die wohl beste Funktion ist natürlich die sichere Verwahrung der Passwörter und wie diese innerhalb des Rechners gespeichert und transportiert werden. Denn alles was ihr in KeePass gespeichert habt, egal ob im Passwortfeld selbst oder im Kommentarfeld, ist verschlüsselt. Alle Daten die zum Zweck der Passwortübergabe an ein Formularfeld im Speicher des Rechners liegen, sind ebenfalls verschlüsselt. Das macht es Schädlingen fast unmöglich sensible Daten auszuspionieren.
Keine Macht den Schadprogrammen
Key-Logger haben ebenfalls keine Chance mehr, da ihr die Passwörter nicht mehr von Hand über die Tastatur eingebt sondern einfach per Klick verschlüsselt in die Zwischenablage kopiert und von dort aus ins Eingabefeld einfügt. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass euer Rechner nicht schon bei der einmaligen Passworteintragung in KeePass infiziert war. Sämtliche Passwörter werden durch kleine Kreise im Programm selbst unkenntlich gemacht. Zu Kontrollzwecken kann diese Funktion aber auch deaktiviert werden. Davon möchte ich aber abraten da manch ein Schädling bzw. Spionageprogramm in gewissen Zeitintervallen Screenshots des Bildschirminhaltes aufzeichnet.
Fazit
KeePass eignet sich hervorragend zur sicheren und unkomplizierten Passwortverwaltung und spart euch auf Dauer wirklich eine Menge Klick und Schreibarbeit. Ich selbst verwende das Programm als Portable Version schon seit mehreren Jahren und bin seither immer sehr zufrieden damit gewesen. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich einfach mal die Portable Version herunterladen, denn die hinterlässt keine Registry Einträge oder *.inf Dateien auf der Systempartiton.
Video Tutorial
Softwarestatus: Freeware
Linkübersicht: KeePass Homepage
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von screencaster am 1. Dezember 2010 um 03:31 veröffentlicht und unter System & Sicherheit abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |


vor 1 Jahr
Sehr schönes Tutorial. Danke!
Wenn besonderer Wert auf das Ausblenden Ihres Accountnamens gelegt wird, sollte beachtet werden, dass bei der Markierung eines Eintrages in KeePass die relevanten Daten ebenfalls in der unteren Leiste eingeblendet werden.
Zudem finde ich die Exportierung der PWs als lesbare html-Datei sehr ungünstig.